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Fußball

18.01.2019
Straelen triumphiert beim Budenzauber
 
Zur 31. Kreismeisterschaft fanden 400 Zuschauer den Weg in die Halle. Im Derby gegen Broekhuysen drehte die Zweitvertretung der Blumenstädter einen Rückstand und siegte mit 3:2. SGE-Trainer Kaul übt Kritik am Turniermodus.
 

Der neue Fußball-Kreismeister in der Bollwerk-Halle heißt SV Straelen. Die Reserve des Regionalligisten bezwang in einem umkämpften Derby-Endspiel Titelverteidiger Broekhuysen mit 3:2. „Wir haben uns im Turnierverlauf immer weiter gesteigert, vor allem die Defensivarbeit verbessert und daher auch zu Recht gewonnen“, sagt Trainer Friedel Baumann. Tatsächlich mühten sich die Gelb-Grünen in der Vorrunde des ersten Tages, verloren gar gegen Broekhuysen. Am Sonntag aber folgte ein müheloser Halbfinalsieg gegen den TSV Wa.-Wa., der Schwung fürs Finale geben sollte. Immer sicherer wurde das Straelener Team, in dem Julian Suaterna mit genialen offensiven Momenten konstanter Unruheherd war.


 
Dabei erwischten die Sportfreunde einen besseren Start ins Endspiel: Spielertrainer Sebastian Clarke eroberte nach zwei Minuten in der eigenen Hälfte den Ball, sprintete nach vorne und zog aus 15 Metern sensationell in den Winkel ab. Yannis Weyers hätte kurz darauf gar zum 2:0 erhöhen können, traf aber den Pfosten. Im Gegenzug glich Maxim Leander Dechange für die Straelener aus. Er spielte sich auf der rechten Seite frei, zog in die Mitte und finalisierte durch die Beine von Schlussmann Darius Schmitz. Kurz vor dem Seitenwechsel besorgte Suaterna mit einem geschickt ausgeführten Freistoß die Führung für seine Farben.

Mit jeweils fünf Treffern erhielten Christoph Elspaß (Sportfreunde Broekhuysen) und Robin Deckers (SGE Bedburg-Hau) die Auszeichnung zum treffsichersten Akteur. Elspaß überzeugte als Verteidiger mit Offensivinstinkt: „Man muss in der Halle eben flexibel sein und hinten wie vorne mitmachen“, sagt der 23-Jährige. Deckers Erfolgsrezept lautete: „Immer befreit aufspielen.“ Der beste Schlussmann des Turniers war Joshua Claringbold von der TSV Wachtendonk.-Wankum.


 

Endgültig zum Spieler des Spiels avancierte Dechange, als er ein Solo über die linke Seite mit einem satten Schuss an den Innenpfosten finalisierte. Von dort kullerte das Leder zur Vorentscheidung ins Tor. So war der Anschlusstreffer von Justin Theelen kurz vor Schluss bloß noch Ergebniskosmetik. „Wir hätten zuvor einfach unsere Chancen nutzen müssen. Tust du das nicht, kannst du dieses Spiel nicht gewinnen“, sagt Clarke, dessen Kicker zwei Mal den Pfosten erwischten. Dennoch zeigten die Sportfreunde, weshalb sie von Experten zuvor als Favoriten gehandelt wurden: „Du musst diszipliniert auftreten und ein gutes Umschaltspiel haben. Dann kannst du auch die individuelle Klasse ,großer’ Mannschaften wettmachen“, sagt Clarke. Zuvor hatte der Bezirksligist den 1. FC Kleve nach Neunmeterschießen aus dem Wettbewerb geworfen. Auf Seiten der Rot-Blauen vergab Tim Harwardt den entscheidenden letzten Penalty


 

Das entscheidende Glück war an diesem Tag ohnehin nicht auf Klever Seite. Zwar überzeugten die Schwanenstädter spielerisch durchweg, vom Punkt aber enttäuschten die Balltreter von Trainer Umut Akpinar. Auch im Spiel um Platz drei mussten sich Kürkciyan & Co. geschlagen geben. Dabei war mit dem Gelderner Dietmar Füngerlings sogar ein Mental-Trainer vor Ort, der bei Bedarf allen Sportlern mit Rat zur Seite stand. Worauf ein Neunmeterschütze achten sollte, wusste er jedenfalls genau: „Das Wichtigste dabei ist Routine und Wiederholung. Dazu kommt eine gute Technik und der bekannte Tunnelblick.“ Dem Oberligisten ereilten diese weisen Worte wohl zu spät.


 


Das Spiel um Platz drei gewannen die Wachtendonker gegen die in Rot geleideten Klever nach Neunmeterschießen.


 

Einen allzu großen Stellenwert wollte Akpinar dem Turnier allerdings nicht beimessen: „Es ist für uns wichtig, dass sich kein Spieler verletzt hat. Wir haben Spaß gehabt. Dass es nicht zu mehr als dem vierten Platz gereicht hat, ist schade, aber nicht tragisch.


 

Als Dritter ehrte Veranstalter Hartmut Könner den TSV Wachtendonk-Wankum, der von Florian Bartel betreut wurde und vor allem durch eine stabile Defensive glänzte: „Dafür, dass unser Team aus verschiedenen Mannschaften zusammengewürfelt wurde, haben wir uns sehr gut verkauft“, sagt Bartel.


 

Sebastian Kaul, der mit seiner SGE nach einem 4:2-Sieg gegen Twisteden auf dem fünften Rang landete, schloss das Turnier mit gemischten Gefühlen ab: „Immerhin haben wir kein Spiel verloren. Wir haben allerdings einen unglücklichen ersten Tag erwischt, wodurch für uns nicht mehr allzu viel drin war. Dennoch passte für uns der Mix aus Ehrgeiz und Spaß.“ Das Trio aus Kaul, Robin Deckers und Leon Müller spielte die Kontrahenten mitunter schwindelig, zeigte sich in der Rückwärtsbewegung aber nicht immer sattelfest.


 

Was den Spielertrainer der SGE aber noch mehr umtrieb, waren die Rahmenbedingungen des Wettkampfes: „Dieses Turnier wird Kreismeisterschaft genannt. Dann kommt aber Straelen ohne Regionalligaspieler, Kleve mit nur zwei Oberligaspielern und der SV Hö.-Nie. gar nicht. Daher ist die Kreismeisterschaft nur ein besseres Bezirksligaturnier.“ Zudem könne der zweitägige Zeitplan deutlich schlanker gemacht werden.


 

Könner aber zeigte sich im Namen des GSV Geldern stolz auf den Zuschauerandrang: an beiden Tagen feuerten 400 Zuschauer die Bandenkicker an. Vor allem Broekhuysen und der 1. FC Kleve beeindruckten mit lautstarkem Anhang. „Wir können zufrieden sein und sehen weiterhin, dass unser Konzept ankommt. Es ist Winterpause, und die Leute wollen unbedingt Fußball sehen“, sagt Könner. „Ich bin der Meinung, dass der Fußball hier sogar immer besser wird und auf übermäßige Härte verzichtet wird“, fügt er an. Wohl auch deshalb blieben die Spieler – entgegen der Befürchtung einiger Trainer – verletzungsfrei.
(Quelle: rp-online.de)

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